Eines Tages lief ich durch die bunte Welt des Internets. Ich dachte mir, dass dieses heutzutage doch nicht nur eine Informationsquelle, sondern vor allem ein Unterhaltungsmedium ist. Während ich also von einem Link zum anderen schaukelte und mich fragte, wieso Google eine so überragende Monopolstellung innehat, kam ich durch Zufall hierher (alternativ: suchte ich diese Seite hier) und nun frage ich mich, was das denn eigentlich ist, ein tHeater ZINK?
Noch mal die Frage:
Was ist tHeater ZINK?
tHeater ZINK ist die älteste freie studentische tHeatergruppe Jenas (Jena, das ist die Stadt mit den vielen Menschen (geschätzte 25.000), die annehmen, dass sie die Universität vor dem Arbeitsleben retten kann). Gegründet wurde ZINK im Jahr 2000, also vor über 2 Durchschnittsstudentenleben und seitdem gab und gibt es über 100 Mitglieder. Es wurden in dieser Zeit sieben Stücke aufgeführt und ferner gab es noch weitere kleine Veranstaltungen.
Gut, sage ich mir, damit wäre diese Frage beantwortet. Ich mag ja Zahlen nicht wirklich und diese Aneinanderreihung von Fakten verstimmt mich etwas. 200 Stücke? 1 ½ Schauspieler? Wie war das mit der Universität? Nein, diese Antwort kann mich nicht befriedigen, ich will doch etwas mehr über ZINK wissen, mich nicht nur an kalten Zahlen festhalten. Ich frage mich:
Wofür steht tHeater ZINK?
Äh, wie jetzt? Der Name? Wieso das ganze ZINK heißt? Na, das soll mal jeder für sich selbst interpretieren, aber wofür ZINK steht, also was ZINK will, das ist nicht so leicht zu definieren. Zuerst einmal sollte gesagt werden, dass ZINK unabhängig, also niemandem unterstellt ist. Finanziell trägt es sich durch die Einnahmen selbst. Die Stückauswahl ist basisdemokratisch und es gibt auch keinen echten Chef an der Spitze. Also natürlich ist da in jedem Jahr ein Regisseur, wobei selbst das nicht immer den Tatsachen entspricht?
Erklärbedarf? Na gut. Im ersten Jahr sollte ZINK völlig demokratisch aufgebaut sein und es gab keinen festen Regisseur, bzw. sprach der Regisseur (Winfried Neumann) sich mit den Schauspielern ab und es entstand ein Stück ("Wach auf und träume"), welches Ideen fast aller Mitwirkenden enthielt. Das nächste Jahr war man dann schlauer. Nein, das ist wohl zu hart gesagt, aber man stellte fest, dass jemand die Fäden in der Hand halten sollte, damit das Konzept besser in eine Form gezwungen werden kann. So wurde die Hierarchie Regie/Co-Regie/Schauspieler zu einer festen Tradition. Erst 2007 änderte sich das, als das Stück "love me, eat me, kill me" von einer Doppelregie inszeniert wurde.
Ja, danke. Das ganze Gerede über Regie und so weiter war ja nun auch nicht gerade spannend und eigentlich wird es mir langsam langweilig, diesen langen Text zu lesen. Dennoch will ich noch einiges wissen, zum Beispiel:
Welche Art Stücke spielt tHeater ZINK?
Eine schöne Frage, wenn es denn eine "Art" von Stücken geben würde. Also, versuchen wir eine Aussage zu finden. Meist sind es Ensemblestücke, also Aufführungen, bei denen viele Akteure ungefähr gleich viel Text haben. Das ist wohl darauf zurückzuführen, dass bei Amateurtheatern (jetzt wurde das böse Wort gesagt) alle auf die Bühne wollen. Ausnahme war jedoch "Harold und Maude" mit zwei ganz klaren Hauptrollen. Des Weiteren kann man sagen, dass tHeater ZINK unpolitische Stücke spielt, gern abstrakt, nichts Klassisches und oft psychische Entwicklungen der Charaktere zu erkennen sind. Aber wer weiß, was die Zukunft bringen wird? Seit dem Jahr 2009 (da geschah "ZINK - evolution") wurde das Repertoire der Gruppe systematisch erweitert, so gibt es seitdem auch ImprotHeater, KurztHeater und und und ...
Na gut, das reicht jetzt wirklich an Information, denn nicht nur ich bin überfordert, sondern einschlägige Studien zeigen, dass sich die Aufmerksamkeitsspanne des durchschnittlichen Internetnutzers auf drei bis fünf Zeilen reduziert hat. Das bedeutet: lange Texte liest kein Schwein. Das soll auch ungesund sein, hab ich gehört. Eine Frage hab ich noch und hoffe auf eine kurze Antwort:
Wer spielt eigentlich bei tHeater ZINK?
Es gibt keine wirklichen Einschränkungen, meist sind es Studenten der Uni Jena, aber das ist bei Weitem keine Bedingung. Interesse, Gemeinschaftssinn (auch ein böses Wort) und Einsatz sind die einzigen Voraussetzungen … (welch grandioser Schlusssatz, dafür verlange ich einen Literaturnobelpreis. Mindestens!)
Dieses Interview führtest du mit tHeater ZINK. Danke.